Bildungssparen ebnet den Weg für Studiengebühren

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Angesichts des Vorschlags von Bildungsministerin Annette Schavan für ein "Bildungssparen" mit Anleihen aus dem Bauspar-Modell, erklärt Dr. Karin Kaschuba, Sprecherin für Hochschulpolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: "Damit werden die Lasten für Ausbildung und Bildung auf die Schultern von Eltern und Großeltern verlagert und die Gesellschaft stiehlt sich aus ihrer Verantwortung."

Angesichts des Vorschlags von Bildungsministerin Annette Schavan für ein "Bildungssparen" mit Anleihen aus dem Bauspar-Modell, erklärt Dr. Karin Kaschuba, Sprecherin für Hochschulpolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: "Damit werden die Lasten für Ausbildung und Bildung auf die Schultern von Eltern und Großeltern verlagert und die Gesellschaft stiehlt sich aus ihrer Verantwortung."

Bereits jetzt existiere eine große Schere zwischen Kindern aus wohlhabenden Familien und Kindern aus Familien mit niedrigerem Einkommen, die ein Studium aufnehmen. "Schavans Vorschlag nimmt soziale Selektion beim Zugang zu Bildung bewusst in Kauf. Insbesondere Kinder von Hartz IV-Empfängern und von Alleinerziehenden würden noch mehr in die Chancenlosigkeit getrieben", kritisiert Frau Dr. Kaschuba. Offenkundig habe Frau Schavan die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Schließlich müsse die Studierendenquote in Deutschland deutlich erhöht und nicht durch Zugangshürden begrenzt und abgesenkt werden.

Schavans "Bildungssparen" führe in der Konsequenz zu Studiengebühren. "Das Gesparte wird am Ende zur Studiengebühr und die Kosten des Lebensunterhaltes von Studierenden bleiben bei den Familien hängen", so die Abgeordnete der LINKEN.

Im Übrigen zeuge der Vorschlag der Ministerin von großer Realitätsferne: "Eine durchschnittlich verdienende Familie mit zwei oder drei Kindern soll auch noch für die Bildung vorsorgen, für die Rente, für die Gesundheit und am Ende bleibt nichts übrig. Frau Schavan scheint noch nicht bemerkt zu haben, wie viele Familien in Thüringen mit Dumpinglöhnen abgespeist werden und dass die Zahl der prekären Arbeitsverhältnissen eher zu- als abnimmt", so Frau Kaschuba abschließend.