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SV DIE LINKE. Jena

Gedenken an Gerhard Riege: Jenaer Bundestagsabgeordneter der PDS von 1990 bis 1992

Liebe Genossinnen und Genossen,

am 23. Mai wäre Gerhard Riege, Jenaer Bundestagsabgeordneter der PDS von 1990 bis zu seinem Tod 1992, 90 Jahr alt geworden.

Aus diesem Anlass hat der Landesverband DIE LINKE.Thüringen eine Würdigung Rieges veröffentlicht, verfasst durch den Landeschatzmeister Holger Hänsgen, worauf wir euch hier hinweisen möchten: https://www.die-linke-thueringen.de/nc/start/aktuell/detail/news/90-geburtstag-gerhard-rieges/

Dankenswerterweise hat uns außerdem Mario Hesselbarth eine Kurzbiographie mit den Lebensdaten Gerhard Rieges zur Verfügung gestellt:

Gerhard Riege gehörte während der friedlichen Revolution 1989/90 in der DDR zu den Reformern in der Staatspartei SED und blieb folgerichtig Mitglied der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS), einer der Quellparteien unserer Partei DIE LINKE. Er hatte den typischen Bildungsweg der DDR-Aufbaugeneration beschritten. Volksschule und Aufbauschule in Neudietendorf, ab 1948 die Vorstudienanstalt in Jena, wo er sein Abitur machte. Danach studierte er Jura an der Friedrich-Schiller-Universität, wurde hier im Februar 1953 Assistent, ein Jahr später Dozent am Institut für Staats- und Rechtstheorie und 1964 Professor für öffentliches Recht.

Seit 1946 war Gerhard Riege Mitglied der SED und wirkte aus Überzeugung politisch, wissenschaftlich und publizistisch für die DDR. Sein Eintreten für sozialistische Rechtsstaatlichkeit und Demokratie brachte ihn mehrfach in Konflikt mit seiner Partei, die 1983 seine Wahl zum Rektor der Friedrich-Schiller-Universität verhinderte. Als er während des demokratischen Umbruchs in der DDR am 23.2.1990 zum Rektor gewählt worden war, wurde dies von jenen Universitätsangehörigen, die sich der demokratischen Erneuerung ihrer Hochschule verschrieben hatten, nicht akzeptiert.

1990 wurde Gerhard Riege Abgeordneter für die PDS in der ersten und letzten demokratisch gewählten Volkskammer der DDR. Von 1990 bis 1992 war Mitglied des Deutschen Bundestages. Als 1992 seine kurzzeitige inoffizielle Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR bekannt wurde, wählte er den Freitod aus Furcht vor der Intoleranz, die ihm als PDS-Mitglied in der Öffentlichkeit entgegenschlug.

Der Stadtverband DIE LINKE Jena gedenkt Gerhard Riege, der in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte.

 

Mit solidarischen Grüßen

der Vorstand des Stadtverbands DIE LINKE. Jena