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Torsten Wolf

Mehr Freiräume für die Jugend in Jena

In den Zeiten der Corona-Pandemie wurde Vielen viel abverlangt. Den Gastronomen und dem Einzelhandel, die ihre Geschäfte nicht öffnen konnten. Eltern, die ihre Arbeit mit geschlossenen Kindergärten und Schulen überein bringen mussten. Pflegepersonal und Mitarbeiter im ÖPNV, die lange gefährdetsten Beschäftigtengruppen, die zu Recht mit Beifall bedacht wurden. Aber es gab auch diejenigen, an die kaum einer dachte. Wie diejenigen, die ihre aufregendste Zeit in ihrem Leben der Pandemie opferten, unsere jungen Menschen in Jena.

Wer kennt es nicht aus seiner/ ihrer Jugend? Freunde treffen, feiern gehen, mal über die Strenge schlagen, einfach das Leben genießen. „Diese Jugend handelt mehr als verantwortungsvoll. Sie gehen gegen die Klimakrise, für soziale Gerechtigkeit und gegen Ausgrenzung auf die Straße. Sie lernten in schulischer Distanz, machten ihre Abschlüsse und hielten sich besser an die Corona-Auflagen als manche mit Doktortitel und Landtagssitz. Sie konnten sich über Monate kaum in ihren normalen Gruppen treffen und hielten auch das aus. Wer kann es ihnen verdenken, wenn es mal lauter und wilder wird, gerade wenn es die Infektionszahlen und das Wetter zulassen? Und wo können die jungen Menschen hin, wenn nicht in ihr Paradies?“ Es ist verständlich, wenn sich Anwohner von zu viel Lärm aus dem Paradies gestört fühlen. Es muss aber auch selbstverständlich sein, dass junge Menschen in Jena ihre Plätze und Räume haben. In Jena leben allein in der Altersgruppe 16-18 Jahre ca. 1.440 Menschen. Diese suchen sich ihre Plätze und Räume selbst, brauchen vor allem Freiräume und Jugendsozialarbeit, die mit ihnen zusammen Angebote entwickelt und sicherstellt.

Die Polizei, welche am Freitag den ordnungsrechtlichen Rahmen absicherte, wird von den jungen Menschen weniger als Problemlöser wahrgenommen und es fehlt an dezentralen Plätzen wo sich junge Menschen treffen können. Das ergab unter anderem die Kinder- und Jugendkonferenz 2021. „Was in Jena seit langem fehlt sind echte Freiräume und Angebote für junge Menschen, die von diesen auch angenommen werden. Das sich alles im Paradies wiederfindet, hat seinen Grund in fehlenden dezentralen Angeboten für Jugendliche, z.B. in Lobeda West und Lobeda Ost. Der Oberbürgermeister und die Stadträte sind dringend aufgefordert, mit den jungen Menschen und den Sozialarbeitern ins Gespräch zu kommen und nicht die jungen Menschen ob ihrer prekären Lage als die Verantwortlichen für die Situation hinzustellen. Es mangelt nicht an Erkenntnissen und Ereignissen. Aber gibt es auch den politischen Willen, Lösungen mit und für die jungen Jenaer*innen zu finden?“ so der Jenaer Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Jugendausschuss im Thüringer Landtag, Torsten Wolf.